Elfmeterschießen

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Das Elfmeterschießen ist eine Methode, wenn bei unentschiedenem Spielstand ein Sieger ermittelt werden soll. Früher wurde das Elfmeterschießen amtlich bezeichnet als Entscheidungsschüsse von der Strafstoßmarke.

Allgemeines[Bearbeiten]

Ein Elfmeterschießen wird durchgeführt, wenn ein Sieger ermittelt werden muss, das Spiel also nicht unentschieden enden darf. Das ist insbesondere der Fall bei Pokal- und Relegationsspielen. Wenn Hin- und Rückspiel ausgetragen werden, ist das Elfmeterschießen ggf. notwendig, wenn die beiden Spiele zusammengerechnet unentschieden sind.

Ob vor dem Elfmeterschießen eine Verlängerung durchgeführt wird, hängt von den Wettbewerbsbestimmungen ab. Vereinzelt sehen diese Bestimmungen sogar (z.B. bei Relegationsturnieren) vor, dass ein Elfmeterschießen vorsorglich durchgeführt wird für den Fall, dass am Ende Mannschaften punkt- und torgleich sind.

Steht ein Spiel an, auf das u.U. mit einem Elfmeterschießen enden kann, so sollte man sich die Wettbewerbsbestimmungen sicherheitshalber nochmals genau durchlesen und im Zweifel den Lehrwart, Obmann oder den Staffelleiter befragen.

Vorbereitung[Bearbeiten]

Reduzierung einer Mannschaft[Bearbeiten]

Haben die Mannschaften zum Spielende (bzw. dem Ende der Verlängerung) eine ungleiche Mannschaftsstärke, dann darf und muss in Überzahl spielende Mannschaft eine entsprechende Anzahl von Spielern für das Elfmeterschießen ausmustern, so dass numerischer Gleichstand ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Unterzahl der anderen Mannschaft durch Feldverweise oder Verletzungen entstanden ist oder die Mannschaft vorn vornherein in Unterzahl angetreten ist.

Diese Regel ist manchen Mannschaften und Trainern nicht bekannt und wird als ungerechte Bestrafung empfunden. Der Sinn ist aber nicht, der Mannschaft in Überzahl ihren Vorteil wegzunehmen, sondern im Gegenteil, diesen Vorteil zu erhalten, indem sie den bzw. die schlechtesten Elfmeterschützen ausmustern darf. So sollte die Regelung durch den Schiedsrichter bei Nachfragen auch "verkauft" werden.

Die Ausmusterung bezieht sich nur auf die Funktion als Schütze. Es ist also zulässig, den Torwart für die Ausmusterung zu melden. Dieser darf/muss dann keinen Elfmeter schießen, darf aber dennoch im Tor stehen.

Ansonsten ist zu beachten:

  • Nach dem Schlusspfiff sind keine Auswechslungen mehr zulässig. Einen Spieler nach Schlusspfiff noch für das Elfmeterschießen einzuwechseln, ist nicht möglich, auch wenn das Wechselkontingent noch nicht erschöpft war. Ausnahme: Der Torwart darf nur im Fall der Verletzung jederzeit zu Beginn oder auch während des Elfmeterschießens ausgewechselt werden, aber auch nur dann, wenn das Wechselkontingent noch nicht erschöpft ist.
  • Ein Torwartwechsel (Ersetzung des Torwarts durch einen anderen Spieler, der zum Spielende aktiv war, einschließlich der als Schützen ausgemusterten Spieler) ist jederzeit zulässig.
  • Verändert sich die Anzahl der am Elfmeterschießen teilnehmenden Spieler später (durch Feldverweis auf Dauer oder Verletzung), wird keine Ausmusterung bei der anderen Mannschaft vorgenommen, sondern das Elfmeterschießen mit unterschiedlichen Mannschaftsstärken fortgesetzt.

Wahl des Tores[Bearbeiten]

Nach dem Regeltext entscheidet der Schiedsrichter, auf welches Tor geschossen wird. Die DFB-Erläuterungen relativieren dies: Der Schiedsrichter soll in Anwesenheit beider Spielführer die Wählmarke entscheiden lassen, indem er (der Schiedsrichter) jeder Seite der Wählmarke ein Tor zuweist und sie dann wirft. Der Schiedsrichter darf aber auch frei entscheiden.

In der Praxis machen viele Schiedsrichter es so, dass sie den Spielführern ein Tor vorschlagen und nur, wenn Widerspruch kommt, die Auslosung mit der Wählmarke vollziehen (wenn nicht dringende Gründe für das bestimmte Tor sprechen, oder beide Spielführer das andere Tor bevorzugen und der Schiedsrichter einverstanden ist); dies ist zulässig. Der Vorschlag sollte sich orientieren an:

  • dem Zustand des Platzes im entsprechenden Bereich;
  • der Beleuchtung (bei Spielen unter Flutlicht);
  • der Einsehbarkeit durch die Zuschauer; das Elfmeterschießen ist sehr spannend, es ist daher gute Praxis, bei Gleichwertigkeit beider Tore die Austragung dort vorzuschlagen, wo mehr Zuschauer stehen bzw. das Elfmeterschießen besser zu einzusehen ist.

Das Tor, auf das das Elfmeterschießen durchgeführt wird, darf nur aus dringenden Gründen während der Austragung geändert werden (z.B. einseitiger Flutlichtausfall oder sehr starke Pfützenbildung vor diesem, aber nicht dem anderen Tor). Zur Verlegung auf einen anderen Platz siehe: Regel 1.

Wer fängt an?[Bearbeiten]

Anders als bei der Wahl des Tores ist der Einsatz der Wählmarke bei der Entscheidung, wer anfängt, obligatorisch. Die Wahl muss auch dann erfolgen, wenn beide Spielführer sich einig sind.

  • Der Wahl wird mit den beiden Spielführern durchgeführt. Anders als die Seitenwahl zu Spielbeginn muss dies nicht am Mittelkreis geschehen - steht das Tor schon fest, kann die Wahl auch dort durchgeführt werden.
  • Der Spielführer der Gastmannschaft darf sich eine Farbe der Wählmarke aussuchen. Bei Spiel auf neutralem Platz gilt die in der Ansetzung als zweites genannte Mannschaft als Gastmannschaft; der Schiedsrichter kann im Zweifel den Mannschaften aber auch Seiten der Wählmarke vorher zuweisen.
  • Der Spielführer, der den Münzwurf gewinnt, darf sich aussuchen, ob seine Mannschaft zuerst schießt.

Vorfestlegung der Schützen[Bearbeiten]

Viele Mannschaften nennen dem Schiedsrichter vorher die Reihenfolge der (zumindest ersten 5) Schützen. Das ist jedoch nicht vorgeschrieben und die Mannschaften sind daran nicht gebunden, sondern können eine solche Festlegung jederzeit im Rahmen der Bestimmungen über die Reihenfolge (s.u.) ändern.

Durchführung[Bearbeiten]

Positionen der Spieler[Bearbeiten]

Die Spieler müssen sich an folgenden Stellen aufhalten:

  • Der jeweilige Schütze steht an der Strafstoßmarke. Er kann jedoch beliebig viel Anlauf nehmen, d.h., vor der Ausführung auch außerhalb des Strafraums sein.
  • Der verteidigende Torwart befindet sich auf der Torlinie im Tor. Auf der Linie kann er sich beliebig bewegen. Er muss nach vorn sehen.
  • Der andere Torwart, also der der Mannschaft des Schützen, steht an der Schnittstelle zwischen Strafraumlinie und Torlinie, und zwar vom Schützen aus gesehen rechts vom Tor.
  • Alle anderen Spieler befinden sich im Mittelkreis.
  • Auswechselspieler, ausgewechselte Spieler, ausgemusterte Spieler (soweit nicht Torwart), Trainer etc. befinden sich außerhalb des Spielfeldes.

Es ist jedoch ratsam, bei den Spielern im Mittelkreis nicht kleinlich zu sein. Häufig stellen die Mannschaften sich in einer Reihe auf und passen dann nicht beide nebeneinander in den Mittelkreis, so dass einige Spieler knapp daneben stehen; das kann man durchgehen lassen. Auch den Torwart der Mannschaft des Schützen muss man nicht unbedingt genau auf den Schnittpunkt beordern, wenn er einen Schritt daneben steht (insb. wenn er den Abstand zum Tor vergrößert).

Positionen des Gespanns[Bearbeiten]

Die Positionen des Gespanns unterscheiden sich von denjenigen beim Strafstoß:

  • Der Schiedsrichter steht auf der Ecke des Torraums, und zwar auf der vom Schützen aus gesehen linken. Er sollte vor allem auf Vergehen des Torwarts und des Schützen achten.
  • Ein SRA steht an der Schnittstelle der Torraumlinie zur Torlinie, und zwar vom Schützen aus gesehen rechts. Er konzentriert sich voll auf die Beobachtung, ob der Ball die Torlinie in vollem Umfang überschreitet.
  • Der andere SRA steht im oder am Mittelkreis, vorzugsweise an einer dem Tor zugewandten Stelle. Ihm obliegt die Kontrolle der übrigen Spieler. Je nach Gespannabsprache kann dieser SRA auch die Reihenfolge der Schützen überwachen.

Die Funktionen der SRA können vom Gespann frei bestimmt werden. Es muss also nicht der SRA, der die Seitenlinie beim Tor hatte, an die Torlinie. Wenn z.B. im Mittelkreis Provokationen zwischen den Mannschaften drohen, sollte dort der erfahrenere bzw. durchsetzungsfähigere SRA sein. Bestimmte Zeichen und Signale sind nicht vorgeschrieben und sollten vorher abgesprochen werden. Bei klaren Situationen muss keinerlei

Allein ohne Gespann amtierende Schiedsrichter sollten beachten:

  • Nicht-neutrale SRA haben im Elfmeterschießen keine Funktion und können vorher "entlassen" werden. Keinesfalls darf ein nicht-neutraler SRA auf der Torlinie stehen und anzeigen, ob der Ball im Tor war.
  • Ob der Schiedsrichter sich an die Schnittstelle der Torraum- zur Torlinie stellen sollte (wie sonst der eine SRA), darüber gehen die Meinungen auseinander; ggf. sollte man den Lehrwart fragen. In der Sache spricht dafür, dass man die Torlinie dann genau sehen und besser auf "Tor oder kein Tor" entscheiden kann und gleichzeitig etwaige Vergehen des Schützen und des Torwarts nicht wirklich schlechter sieht. Im Zweifel kann man die "normale" Position ein, zwei Schritte Richtung Torlinie verlegen, um zumindest die Perspektive für die Torlinie zu verbessern. Wichtig ist in jedem Fall, dass man bis zum Schuss auf Vergehen des Torwarts und des Schützen achtet und die Aufmerksamkeit dann sofort der Frage zuwendet, ob der Ball die Torlinie in vollem Umfang überschreitet.

Reihenfolge der Schützen[Bearbeiten]

Jede Mannschaft kann ihre Spieler in beliebiger Reihenfolge als Schützen antreten lassen. Ein Spieler darf allerdings erst ein zweites Mal als Schütze antreten, wenn alle anderen Spieler der Mannschaft bereits geschossen haben, also bei Vollzähligkeit erst, wenn jede Mannschaft 11 Elfmeter geschossen hat - ein seltener Fall. Wenn alle Schützen einmal geschossen haben, kann sich die Reihenfolge ändern, es muss also nicht in der gleichen Reihenfolge geschossen werden, wie im ersten "Durchgang". Dies gilt alles entsprechend auch für eventuelle weitere Durchgänge.

Ist eine Mannschaft während des Elfmeterschießens durch Verletzungen oder Feldverweise reduziert worden, dann beginnt ihr zweiter "Durchgang" früher als beim Gegner.

Entscheidung[Bearbeiten]

Grundsätzlich führen beide Mannschaften zunächst jeweils 5 Schüsse durch. Das Elfmeterschießen muss aber beendet werden, wenn eine Mannschaft bereits während der ersten fünf Schüsse uneinholbar ist. Das ist der Fall, wenn dem Gegner weniger Schüsse verbleiben, als die Mannschaft Vorsprung hat, und zwar auch dann, wenn die Mannschaften ungleich oft geschossen haben. Eine Fortsetzung des Elfmeterschießens ist dann unzulässig und darf auch nicht "zum Spaß" noch erfolgen.

Beispiel: Beide Mannschaften haben dreimal geschossen, es steht 3:1 für Heim. Gast hat noch 2 Schüsse und könnte noch auf 3:3 ausgleichen, es geht also weiter. Heim ist an der Reihe und erzielt das 4:1. Nun ist das Elfmeterschießen sofort zu beenden, obwohl Heim nun viermal geschossen hat und Gast nur dreimal, denn Gast kann den Vorsprung keinesfalls mehr einholen. Gast erhält keine Gelegenheit mehr zur "Ergebniskosmetik" (4:3 wäre noch denkbar, wenn es weitergehen würde).

Steht es nach je 5 Schüssen unentschieden, ist so lange abwechselnd zu schießen, bis eine Mannschaft bei gleicher Anzahl von Schüssen mehr Tore erzielt hat.

Vergehen[Bearbeiten]

Spielstrafen kommen im Elfmeterschießen nicht mehr in Betracht. Persönliche Strafen hingegen sind möglich und werden nach den allgemeinen Regeln ausgesprochen. Dies gilt insbesondere für unsportliches Betragen. Der Schütze ist für unsportliches Täuschen wie beim Strafstoß zu bestrafen. Auch für die Frage, unter welchen Umständen ein Schuss zu wiederholen ist (z.B. Verlassen der Linie durch den Torwart, Platzen des Balls), gelten die gleichen Regeln wie beim Strafstoß (siehe dort).