Vorteilsregel

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Im Rahmen der Vorteilsregel kann der Schiedsrichter nach einem Vergehen einer Mannschaft das Spiel weiterlaufen lassen, anstatt einen Freistoß für die gegnerische Mannschaft auszusprechen, wenn sich aufgrund der Spielsituation ein Vorteil für die gegnerische Mannschaft (also die Mannschaft, die das Vergehen nicht begangen hat) ergibt.

Der Vorteil ersetzt also die notwendige Spielfortsetzung wenn zu erwarten ist, dass die weiterlaufende Spielsituation für die Mannschaft einen größeren Vorteil bietet als die eigentliche Spielfortsetzung.

Ablauf

Wenn der Schiedsrichter ein Vergehen wahrnimmt (beispielsweise ein Foul), die benachteiligte Mannschaft aber im Ballbesitz bleibt, kommt eine Entscheidung auf „Vorteil” in Frage. Dabei hat die Anwendung der Vorteilsregel folgende Ziele:

  • Dem Team, die das Vergehen nicht begangen hat, soll die aussichtsreiche Situation aus dem Spiel nicht genommen werden, wenn diese durch die Spielfortsetzung wahrscheinlich nicht in demselben Umfang wiederhergestellt werden kann, und
  • Der Spielfluss soll nicht unnötig unterbrochen werden, wenn dies nicht notwendig ist.

Dem Schiedsrichter stehen zwischen Zeitpunkt des Vergehens und Entscheidung auf „Vorteil” rund fünf Sekunden zur Verfügung. Diese Zeit nutzt er, um einerseits abzuwarten, wie sich die Spielsituation entwickelt: Bleibt die Situation vielversprechend, kommt die Vorteilsregel zur Anwendung; verliert die Mannschaft allerdings den Ball, pfeift der Schiedsrichter und die Mannschaft erhält die entsprechende Spielfortsetzung zugesprochen, beispielsweise einen Freistoß.

Wartet der Schiedsrichter die ihm zur Verfügung stehende Zeit ab und entscheidet sich dann, das Spiel doch zu unterbrechen, wird dies als verzögerter Pfiff bezeichnet. Grundsätzlich hat sich auch der Begriff Wait and See (englisch für „Abwarten und beobachten”) etabliert.

Zeichengebung